INTERVIEW: Jonny Ratajczak

Bereits vor der Saison hatten wir ein kleines Gespräch mit Jonny, dem Trainer der ersten Herrenmannschaft. Nun möchten wir über die bisherige Saison sprechen und Einblicke in die Gefühlswelt der Mannschaft nach Außen hin vermitteln.


Redaktion: Hallo Jonny, schön dass Du Zeit gefunden hast nachdem ereignisreichen Wochenende.

Jonny: Grüße dich Chris. Das ist absolut richtig. Erst das Spiel und anschließend unser Oktoberfest der ersten Männermannschaft.

Redaktion: Ich hoffe die Stimmung war trotz der bitteren Niederlage in Ordnung.

Jonny: Ja erstmal muss man wieder ein dickes Lob an die Gastro abgeben. Die Damen haben wieder einen klasse Job gemacht und natürlich auch die Helfer, die alles unterstützt haben. Es war ein gelungener Abend bzw. Nacht. Wir wurden mit lecker Essen und Getränke durch den Abend geführt.

Für Alle war es mal wichtig sich auszutauschen nachdem Spiel und sich über das Ein oder Andere der letzten Wochen zu befreien, um danach ordentlich zu feiern. Und ich denke, dass ist uns ganz gut gelungen.

Redaktion: Freut mich zu hören, dass der Abend ein Erfolg war. Aber noch mal zum Spiel. Bittere Niederlage?

Jonny: Ja sehr zumindest ab den Roten Karten sage ich wäre mindestens ein Punkt verdient gewesen. Wir haben eine starke erste Halbzeit gespielt und sind nachdem Sören Brodkorb im Strafraum nach fünf Minuten gefoult wurde durch Vincent Lipp per Elfmeter in Führung gegangen. Wir wussten das wir fortan angelaufen werden und verteidigen müssen. Eric Moldenhauer und Artur Moge hatten ihre Versuche an Maximilian Pade der ebenfalls super drauf war und die Schüsse die auf das Tor kamen parierte. Die ganze Mannschaft stand tief und lies nicht allzu viel zu.

In der zweiten Halbzeit lief es zunächst im offenen Schlagabtausch. Nach einem Konter (vorher ein klares Foul an Heinrich Bredow in der Vorwärtsbewegung) in der 49. Minute erzielte Wially Siyep den Ausgleich, nach starker Parade von Maximilian viel ihm der Ball auf den Fuß. Oranienburg wollte nun auch den Sieg und erzwang sich weitere Chancen und kam durch einen Freistoß in der 59. Minute erneut vor unser Tor, wo dieses Mal Artur Moge frei zum Kopfball kam und den Ball versenkte.

Zu diesem Zeitpunkt gab es schon diverse Entscheidungen des Schiedsrichters und seiner Assistenten die nicht unbedingt für uns getroffen wurden. Ich werde den Spielern keinen Vorwurf machen, weil Sie die etwas “dreckig” spielen ohne dass die Schiedsrichter es sehen. Nur muss ich hinterfragen, ob die Ansetzung der jungen Schiedsrichter in so einem Derby richtig sind. Jeder macht Fehler auch wir als Trainer und Spieler, aber sowas wie an diesem Spieltag darf man nicht einfach so stehen lassen.

Redaktion: Die beiden Roten Karten stehen, aber auf euer Seite. Waren Sie berechtigt?

Jonny: Ja das kann ich so bestätigen. Es tut mir auch leid was da passiert ist und muss mich da für meine Spieler entschuldigen. Sie wissen, was sie dort falsch gemacht haben und sowas darf einem erfahrenen Spieler nicht passieren. Zumal es uns die nächsten Wochen schadet.

Aber ich möchte nochmal anmerken, beide Karten passieren aus einem Affekt. Bei Ivan Bacak ist es vorher ein Tritt eines Oranienburgers der nicht gesehen wurde und bei Tim Wittenberg war es die Summe an Fouls die er einstecken musste, ohne dass der Schiedsrichter nur mal die Pfeife in den Mund genommen hat. Ja es ist ein Männersport, aber ein Foul bleibt ein Foul und gerecht verteilt sollte es auch sein. Und wenn ich nachdem Spiel noch 3 Verletzte dazubekomme, muss ich wirklich hinterfragen wo da die Gerechtigkeit ist.

Redaktion: Wie stand es um die Schlussphase?

Jonny: Sorry ganz vergessen. Wir haben alles nach vorne geworfen nur leider ohne Erfolg.

Redaktion: Wie siehst du die momentane Situation? Ich meine Ihr habt lediglich 2 Punkte und steht auf Platz 14 nach 7 Spieltagen.

Jonny: Man könnte sagen bedrohlich, Abstiegskampf pur. Aber Wir wussten was uns erwartet und uns war klar, dass wir Startschwierigkeiten überwinden müssen. Daran arbeiten wir intensiv und versuchen unsere Schwächen weiter zu verbessern.

Redaktion: Unter Schwächen meinst du den Angriff.

Jonny: …auch. Wir sind zu ungefährlich vor der Bude und in der zweiten Halbzeit haben wir Angst auch mal ein Spiel zu gewinnen. Schauen wir uns die Ergebnisse an, alles knappe Geschichten und wir konnten immer mithalten. Wir müssen nur den Bock endlich umstoßen und dann stehen wir da nicht ewig unten. Ich habe das Vertrauen in die Mannschaft, dass wir da gemeinsam rauskommen. Diese paar Rückschläge müssen uns einfach reifer als Mannschaft machen.

Redaktion: Ich drücke euch die Daumen und hoffe ihr fangt damit im kommenden Pokalspiel gegen Zehlendorf II am diesen Samstag an. Und danke, dass du dir die Zeit genommen hast.

Jonny: Danke dir Chris, für die Zeit, die du dir hier nimmst.