Interview: Marcel Krüger

Mit Marcel Krüger steht uns heute ein Gast zur Seite, welcher nicht aktiv im Verein beheimatet ist, sondern als Partner mit seiner Torwartschule für die Ausbildung unserer Keeper zuständig ist. Marcel bietet mit seiner Torwartschule Training für 6 – 18 Jährige an und  ist an drei Standorten in Oberhavel präsent. Wir wollen von Marcel wissen, wie die Idee einer eigenen Torwartschule entstand, woher seine Motivation für sein Vorhaben kommt und wie sich das Training derzeit realisieren lässt.

Redaktion: Hallo Marcel, schön dass du Zeit gefunden hast dich mit uns zu unterhalten. Ich möchte dich bitten dich unseren Lesern vorzustellen, um einen besseren Eindruck über dich vermitteln zu können.

Marcel Krüger: Hallo, schön dass ihr Interesse daran habt mir ein paar Fragen zu stellen. Ich bin Marcel Krüger und Torwarttrainer mit Herz und Leidenschaft. Ich besitze eine eigene Torwartschule in der ich mittlerweile etwa 60 Torhüter aus Brandenburg trainiere.

Redaktion: Du warst selbst als Torhüter in der Region aktiv. Vermisst du manchmal selbst im Kampf um die Punkte aktiv  werden zu können oder bist du mit deiner Rolle nach der eigenen Laufbahn als Spieler zufrieden?

Marcel Krüger:  Manchmal vermisse ich das schon sehr. Da ich in Löwenberg Torwarttrainer bin und dort nur ein Torhüter vorhanden ist, habe ich mich dort angeboten zu helfen, falls Not am Mann ist. Damit ist aber im Sommer Schluss, da ich mich dann mehr auf meine Arbeit als Torwarttrainer konzentrieren möchte. Die Arbeit als Torwarttrainer ist sehr umfangreich. Sie beginnt mit der Erwärmung des Torhüters für ein Spiel, danach geht es mit der Beobachtung weiter. Dafür nutze ich einen Beobachtungs- und Entwicklungsbogen. Die Ergebnisse werden dann gemeinsam mit dem Torhüter im nächsten Training ausgewertet, um mögliche Schwachpunkte besser trainieren zu können.

Redaktion: Wie bist du zu deiner eigenen Torwartschule gekommen – war dies schon länger ein mögliches Szenario nach der aktiven Karriere oder wie kam das zustande?

Marcel Krüger: Zur eigenen Torwartschule bin ich gekommen, als ich in Altlüdersdorf die Nachwuchstorhüter trainierte, da mein großer Sohn dort spielte. Im Jahr 2015 betreute ich die Torhüter dort und begann dann mir etwas aufzubauen. Dann habe ich Kontakte aufgebaut.

Redaktion: Mittlerweile bist du an drei Standorten regelmäßig aktiv – wie stolz bist du auf das bisher erreichte? Was sind deine Ziele für die nahe Zukunft?

Marcel Krüger: Ja genau, drei Standorte an denen ich TorhüterInnen aus verschiedenen Vereinen aus Brandenburg und Berlin trainiere bzw. weiterentwickle. Ich bin sehr stolz auf das Erreichte und man sieht auch dass sich die Arbeit lohnt. 4 Schützlinge spielen beim DFB Stützpunkt, ein Schützling in der Berliner Auswahl, zwei spielen in der Landesauswahl Brandenburg und die anderen haben dieses Jahr wieder viele Pokale als bester Torhüter des Turniers während der Hallensaison abgeräumt. Aber im Ganzen bin ich auch sehr stolz auf die anderen Torhüter, welche vielleicht nichts gewonnen haben. Ich bin auf all meine Schützlinge stolz, weil man sieht wie auch diese sich weiter entwickeln. Bei mir steht der Spaß im Vordergrund, denn durch Spaß am Torwartspiel kommt auch der Erfolg wie man sieht. Mein Ziel ist es weiterhin TorhüterInnen in Berlin und Brandenburg weiterzuentwickeln und diesen zu helfen.

Redaktion: Du bist nun seit Anfang des Jahres in Borgsdorf aktiv – was genau tust du bei uns im Verein und inwiefern sieht man bereits Fortschritte?

Marcel Krüger: Ich bin seit Januar 2020 in Borgsdorf aktiv und freue mich den Verein als Torwarttrainer zu unterstützen – gerade im Frauen- und Nachwuchsbereich. Die Gespräche mit dem sportlichen Leiter liefen sehr gut und man merkte sofort das dort Interesse an einer Zusammenarbeit besteht. Nun habe ich meinen dritten Standort dort aufgebaut und freue mich auch sehr, den Verein nach Außen zu repräsentieren zu können. Ich möchte mich an dieser Stelle bei Christopher Kwieczinski (sportlicher Leiter) und dem Verein bedanken.

Redaktion: Nun ist es so, dass es derzeit aufgrund der Bestimmungen rund um die Pandemie nicht möglich ist ein Training für eine Mannschaft zu organisieren. Kannst du deiner Arbeit trotzdem nachgehen und wenn ja, wie lässt sich das realisieren?

Marcel Krüger: Die momentane Situation ist sehr hart, aber ich bilde mich viel weiter und tausche mich mit Trainerkollegen aus dem Profibereich aus. Ich habe dort viele Kontakte und auch Freundschaften die ich sehr pflege. Außerdem habe ich eine Partnerschaft mit Goalkeeping Development (Inh. Michael Rechner, Profitorwarttrainer der TSG 1899 Hoffenheim) in welcher ich auch weitergebildet werde. Mittlerweile darf man ja privat wieder trainieren, was ich zuletzt mit einem meiner Schützlinge bei ihm zu Hause realisieren konnte. Aber ich bin zuversichtlich dass es demnächst wieder los gehen kann mit dem Torwarttraining – wenn auch nur in kleinen Gruppen. Es wäre toll, zumal ich meine Schützlinge alle sehr vermisse und auch die Arbeit an den Standorten.

Redaktion: Ich hoffe, dass du bald wieder durchstarten kannst. Ich bedanke mich für deine Zeit und überlasse dir das letzte Wort.

Marcel Krüger: Ja, das hoffe ich auch. Ich bedanke mich auch für das tolle Gespräch und möchte mich auf diesem Weg bei meiner Familie, den Vereinen, Trainerkollegen und ganz besonders bei Michael Rechner (TSG 1899 Hoffenheim) und Daniel Strähle bedanken. Sollten weitere Vereine oder Torhüter/Torhüterinnen speziell aus dem Nachwuchsbereich an einer Förderung Interesse haben, können sich diese sehr gern melden. Meine Homepage findet man unter www.torwartschulemarcelkrüger.de oder bei Facebook unter Torwartschule Marcel Krüger. Bleibt alle gesund und bis ganz bald.